Zwischen Regenglanz und Nebelschimmer

Liebe Lesenden,

es ist schon eine Weile her, seit man hier eine schlichte, einfache Rezension von mir lesen konnte. Um das zu ändern (und bei der Gelegenheit direkt noch einen Vorwand zu haben, nicht sofort mit der Vorlesungsvor- und nachbereitung anzufangen ;)) dachte ich mir, warum nicht mal wieder über pure Wohlfühl-Literatur reden? Deshalb geht es in diesem Beitrag um zwei angenehm simple und dennoch nicht völlig anspruchslose Liebesromane.

Regenglanz von Anya Omah habe ich bereits vor einem Jahr gelesen. Allerdings wollte ich nicht nur den zweiten Teil einer Trilogie rezensieren, wenn auch der erste Teil bei mir Zuhause steht und letztlich auch der Grund ist, aus dem ich die Reihe überhaupt gefunden habe. Den dritten Teil hätte ich zu diesem Anlass auch richtig gern mit rezensiert, der ist aber leider noch nicht erschienen. Funfact zu diesem Termin: im Einband von Teil eins steht für Gewitterleuchten der 14. Juni 2022, im Einband von Teil zwei steht der 18. Oktober 2022 und online wird aktuell der 31. Januar 2023 angegeben. Liebs :‘)

Naja, wie dem auch sei, die erste Auflage dieser Reihe wird im Farbschnitt verkauft und nun noch mit einem Blick auf die Cover, frage ich euch: Wie hätte ich diesem Cover-Kauf widerstehen können? Ich liebe Regen, bin ein Fan von schlichten Designs und die Farben harmonieren bei beiden Büchern. Ich find es einfach schön.

Um was geht es? Wie gesagt, es wurde mal wieder Zeit für simple Liebesromane (besonders November ist da einfach eine gewisse Zeit im Jahr). Im Mittelpunkt der Sturmtrilogie stet eine Freundinnen-Gruppe bestehend aus Alissa, Calla und Leo. Jede bekommt ihre eigene Liebesgeschichte und dementsprechend ihren eigenen Roman. In Teil eins geht es um Alissa und Simon. Sie ist Tätowiererin und weil Simon sich so sehr für das Tattoo schämt, dass er in dem Studio überstechen lassen will, in dem Alissa arbeitet, will er anfangs nicht, dass sie ihn als Kunden annimmt. Da ihm aber sonst sehr wenige Optionen bleiben und ihre Arbeit sehr gut aussieht, lernen sich die beiden letztlich doch dadurch kennen, dass sie Simons altes Tattoo übersticht. Spannend und dramatisch wird die Handlung dann natürlich nicht nur, weil Alissa Simon anfangs für ein sexistisches Arschloch hält, sondern auch weil noch ein paar Plottwists und Familienprobleme aus deren Vergangenheit dazu kommen.

Ich habe Regenglanz sehr gern gelesen. Zum einen ist es einfach wirklich gut geschrieben – hätte ich gekonnt, hätte ich es wohl an einem Stück durchgesuchtet – und zum anderen finde ich Alissa und ihre Charakterentwicklung einfach wirklich gelungen und sympathisch. Simon dagegen hat mich eigentlich die meiste Zeit über nur genervt. An manchen Punkte hatte ich etwas das Gefühl, er wäre einfach die Person gewordene Toxic Masculinity (zu dem Begriff als solchen kann man ganze Bücher schreiben, um zu diskutieren, ob er angemessen ist oder nicht, ich weiß, ich hoffe, dass mein Punkt hier trotzdem erst mal deutlich wird), weil er bestimmte ungesunde Stereotype so offensichtlich unreflektiert reproduziert hat, dass man ihn einfach nur schütteln wollte. Verglichen mit anderen Liebesromanen, hielten sich die toxischen Beziehungsstereotype aber sehr in Grenzen, was das Lesen zu einem sehr angenehmen Erlebnis gemacht hat. Ich bereue es auf jeden Fall nicht, das Buch spontan gekauft zu haben.

In Nebelschimmer geht es um Callas und Jaspers Geschichte. Man lernt die beiden am Rande von Teil eins bereits als Paar kennen, doch in der Zeit, die zwischen den Büchern vergeht, reist Calla für 18 Monate in die USA, um ihre leibliche Mutter zu suchen. Teil dieser 18 Monate „off book“ ist auch die Trennung der beiden Hauptcharaktäre, sodass Inhalt des zweiten Teils die Aufarbeitung der Vergangenheit und das erneute Zusammenfinden von Calla und Jasper ist.

Mir hat Teil zwei mit Abstand besser gefallen als Teil eins. Nebelschimmer ist genauso gut und addictive geschrieben wie Regenglanz und obwohl ich das Gefühl hatte, dass es weniger konkrete Handlung (bzw. Plottwists durch aktive Handlung) gab, hat das jüngere Buch irgendwie mehr Inhalt transportiert. Soweit ich das beurteilen würde, kommt das vor allem durch zwei bis drei Aspekte: Zum einen werden rassistische Microaggressionen in Callas Alltag als farbige Person geschildert, eingeordnet und nicht verharmlost. Außerdem wird meiner Meinung nach die Situation, nach einem leiblichen Familienmitglied zu suchen und dann mit den dadurch erlangten neuen Informationen über die eigene Herkunft umgehen zu müssen, sehr sensibel aufgearbeitet. Und zum anderen ist Nebelschimmer einer der wenigen Kitsch-Romane, in dem die Hauptpersonen tatsächlich mit einander reden und lernen, ihre Bedürfnisse und Gefühle wirklich zu kommunizieren. Obwohl in der Erzählung der Gegenwart weniger faktisch passiert, hat das Buch einiges an Tiefe zu bieten, wodurch es mir insgesamt sehr gut gefallen hat.

Viel Spaß beim Lesen und kommt gut ins neue Jahr,
– Alyrène

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