Blog Entry No. 52 – Die Rote Königin

Blog Entry No. 52 – Die Rote Königin

Liebe Lesenden,

eigentlich wollte ich das Buch dieser Woche in Originalsprache lesen und eigentlich wollte ich auch keine Rezension schreiben, weil noch einige andere Bücher auf eine Rezension warten, aber…. bei Spotify findet man das deutschsprachige Hörbuch und da ich gerade kein Hörbuch mehr zum nebenbei hören hatte, passte es perfekt. Den Entschluss nun doch eine Rezension zu schreiben, fasste ich, als goodreads nach meiner Bewertung fragte und ich beim besten Willen keine geben konnte, weil ich schlicht absolut keine Ahnung hatte, wie mir das Buch gefallen hat. Deshalb schreibe ich jetzt eine Rezension, deren Ausgang ich selbst noch nicht kenne, in der Hoffnung, danach zu wissen, wie viele Sterne ich Victoria Aveyards Die Rote Königin geben werde.

Hier die wichtigsten Infos: Geschrieben von Victoria Aveyard. Erstveröffentlicht im Englischsprachigen Original Red Queen am 10. Februar 2015 im HarperTeen Verlag. Am 28. Mai 2015 folgte dann die deutsprachige Veröffentlichung im Carlsen Verlag. Goodreads Choice Award Winner 2015. Auftaktroman einer Reihe. ISBN 9783551583260.

Klappentext: Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt. Doch von jetzt an gelten die Regeln des Hofes, Mare darf sich keine Fehler erlauben. Trotzdem nutzt sie ihre Position, um die aufkeimende Rote Rebellion zu unterstützen. Sie riskiert dabei ihr Leben – und ihr Herz …

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Cover der deutschsprachigen Ausgabe.

Ich bin nicht wirklich ein Fan des Covers der deutschsprachigen Ausgabe. Das des Originalromans gefällt mir gut, schlicht und aussagekräftig, aber dieses hier wirkt irgendwie melodramatisch. Klar, die Idee die Spaltung in Rot und Silber auf das Cover zu übertragen ist gut und passend, aber warum muss unbedingt eine Fotografie wie auf jedem dritten Fantasy-Roman in den Hintergrund?

Nun gut, es geht ja eigentlich auch eher um den Inhalt: Ich muss zugeben, meine Erwartungen an den Roman waren ziemlich hoch, weil mir viele Menschen die Bücher von Victoria Aveyard empfohlen haben. Aber so wirklich erfüllt wurden diese Erwartungen eben nicht. Ich habe das Hörbuch innerhalb der letzten zwei Tage im wesentlichen am Stück durchgehört. Das ist tatsächlich eher ungewöhnlich für mich, da ich normalerweise nach spätestens zwei Stunden erst einmal etwas anderes hören muss, um das Interesse nicht zu verlieren. Insofern bekommt das Buch auf jeden Fall Pluspunkte dafür dass es fesselnd war und ich mich nicht gelangweilt habe. Allerdings ist es auch nicht so spannend gewesen, dass es Fragen aufwirft und ich unbedingt wissen will wie es weiter geht. Das könnte damit zusammenhängen, dass die Handlung auf mich ziemlich voraussehbar wirkte. Keiner der Plot Twists hat mich wirklich überrascht und vom Hocker gehauen. Bücher in diesem Genre leben von Verrat, wodurch ich als Lesende sowieso damit rechne, dass sich die „Guten“ als doch nicht so vertrauenswürdig und die „Bösen“ als nachvollziehbar handelnd herausstellen. Ein gutes Gegenbeispiel ist Throne of Glass von Sarah J. Maas (also bisher zumindest, ich kenne erst die ersten beiden Teile). Hier blieben vergleichsweise viele Freund*innen des Hauptcharakters vertrauenswürdig und genauso auch Antagonist*innen fragwürdig und trotzdem (oder vielleicht unter anderem auch gerade deswegen – ich habe nun schon zwei Bücher lang darauf gewartet, dass Celaena folgenschwer und tragisch verraten wird, aber alles hielt sich in Grenzen) war die Handlung spannend und fesselnd.

So. Wo war ich? Ach ja, voraussehbare Handlung. Vielleicht fällt mir das auch vor allem deshalb so stark auf, weil mir die Autorin mit ungefähr folgenden Worten empfohlen wurde: „Sie ist eine Meisterin darin, die Geschichte und die Charaktere so zu schreiben, dass man am Ende total zerstört niemandem (der Personen im Buch) mehr vertraut.“ Ich habe nicht mitgezählt, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Mare mindestens drei mal direkt gesagt wird, dass sie niemandem vertrauen darf. Dass nach diesem offensichtlichen Foreshadowing auch genau das passiert – oh Überraschung, sie wird verraten, weil sie Menschen vertraut hat, die sie nicht mal seit einem Monat kennt – ist nicht besonders überraschend. Aber um mich nicht zu sehr zu wiederholen, während ich schriftlich denke, noch folgendes: Es werden viele sehr typische Tropes bedient. Man hat die Dreiecksbeziehung (noch dazu natürlich mit Brüdern, die beide Prinzen sind), den Aufstieg aus armen Verhältnissen zur Prinzessin, die bösartige Stiefmutter/Königin, das „besondere“ Mädchen, dass vom Prinzen nicht nur einmal gerettet wird und natürlich der beste Freund aus Kindertagen, der sich nicht retten lassen will und ihr im Endeffekt damit einen Gefallen tut. Die gesamte Handlung wirkte etwas so, als hätte man einfach Die Tribute von Panem mit einem typischen Märchen zusammengeschrieben und etwas Magie und Krieg hinzugefügt. Wobei zumindest einige der magischen Fähigkeiten cool und neu waren – was ich mich in Bezug auf die Magnetoren frage: Sollten die es nicht super leicht haben Menschen, vor allem Rote zu töten, wegen des vielen Eisens im Blut?

Alles noch mal bedenkend – irgendwie fesselnd, obwohl es nicht allzu spannend war; vorhersehbare Handlung, mäßig sympathische Hauptperson und viele bekannte Tropes; recht angenehmes Lese-/Hörerlebnis und nette Fantasywelt um dem Alltag zu entfliehen- würde ich sagen, sind das solide 3 von 5 Sterne. Oder um es mit der Goodreads-Beschreibung der Sterne zu sagen: I liked it. War ganz nett. Ich werde wahrscheinlich die Reihe noch weiter hören, da es auch den zweiten und dritten Teil bei Spotify gibt und ich gespannt bin, ob es noch besser wird.

Das wärs erst mal von mir, danke für’s Lesen meiner Gedanken auf dem Weg zu einer Meinung. 😀

-alles Liebe, Aly

PS: Ich habe eben erfahren, dass heute „Blue Monday“, der angeblich unglücklichste Tag des Jahres ist (immer noch lange dunkel, gebrochene Neujahrsvorsätze, keine Weihnachtsstimmung mehr und naja… Montag halt). Insofern: vielleicht bringt euch mein Beitrag ja zumindest etwas Unterhaltung in diesen Montag und kommt gut durch, in ein paar Stunden ist schon Dienstag 😉

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